Ein kostenloses Artikel aus dem Online-Seminar 'Dein schamanische Weg mit dem Lebensrad'.

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Ich freue mich, wenn Ihnen der Artikel inspiriert eigene Wege im Beten zu entdecken!

Schamanisches Beten

1 Gebet ist das Herz des Schamanismus

Beten ist der Weg, um mit den Spirits zu sprechen, sie zu danken und sie zuzuhören. Und ein Weg, die Informationen, Energien von der Welt der Spirits, in das Gelebte zu transportieren. Ein traditioneller Schamane ist ein Heiler, Seher und Medizinmann/Frau in einem. Ein Heiler für Körper, Geist und Seele. Der Bewusstseinszustand die während dem Beten erreicht wird, bildet dafür das Fundament. Beten ist sprechen mit den Spirits, meditieren ist das Zuhören der Spirits. Schlicht gesagt ist Beten also Sprechen und Zuhören. Was wir hören ist unsere eigene Spirit-Essenz, das Große Mysterium in uns selbst. Unsere Essenz, die in jeder Zelle unseres Körpers steckt, bis auf DNA Ebene.

Ich lade dich ein, das Beten wieder als etwas Lebendiges zu sehen, statt Standardsätze zu nutzen, die automatisch ausgesprochen werden. Sprich dein Gebet aus deinem Herzen und verbinde es mit Energie der Liebe, Dankbarkeit, Mitgefühl, Kraft, Weisheit, Klarheit und Vertrauen… Wenn du diese Qualität in deinen Worten erreichst, ist dein Gebet integriert in deinem Sein. Kannst du dir vorstellen was passiert, wenn du deine Gebetsenergie in dem Moment verbindest mit einer Absicht oder Intention? Es wirkt wie ein Lichtstrahl, ein Laserstrahl in Verbindung mit demjenigen oder dem wofür du betest.

Gebetsgegenstände können sein: ein Rosenkranz (Christlich), Mala (Hinduistisch), Gebetsfäder und Gebetsfahnen (Buddhistisch). Eine Schaman*in betet mit einer Rassel oder einer Trommel. Die Gebete können in Gebetsfäden gepustet werden - Stoffbündelchen gefüllt mit Tabak oder Kräuter für die Spirits. Oder die Gebete werden geknotet oder geflochten. In jedem Geflecht, in jedem Bündelchen wohnt ein Gebetszauber inne... (sehe Bild rechts).

Wenn Du im spontanen schamanischen Gebet nicht so erfahren bist, kannst du anfangen mit mehr strukturierterem Beten. Die Windrichtungen und die Elemente können hierin einen festen Bestandteil formen. Ich habe im Laufe der Zeit Gebete gesammelt, die mich berühren und teile davon 3 mit dir: einer aus der Wicca-Tradition (Keltisch) einer aus unbekannter Quelle (vielleicht Hopi-Tradition) und einer aus der Lakota-Tradition. Sie können dir ein Weg zeigen, dich inspirieren deinen eigenen, kreativen Weg zu finden, wenn du mit der Welt der Spirits kommunizierst. Ich lade Dich ein, die Worte zu sprechen oder zu singen, die für Dich Bedeutung haben, das können Göttin, Gott, der große Geist, die Schöpfung, die Quelle, das göttliche Licht, die Nullpunktsenergie sein.

Gebet in der Südamerikanische-Tradition

Gebet der 7 Richtungen

Oh Saywa, Qori K’anchay
Oh Saywa Khuyay

Lakota-Dankgebet

thanks to the earth
Mother of us all
Her soil, rich ware and abundant
In our minds, so be it

Thanks to the plants
feeders of us all
Grapefruits, golden grains and berries
In our minds, so be it

Thanks to the air
home to the winged things
Men's messengers to the Great One
In our minds, so be it

Thanks to the animals
teachers of The Way
Givers of flesh and milk so we may live
In our minds, so be it

Thanks to the water
provider of life
Rivers, streams, rain, snow, precious drops and dew
In our minds, so be it

Thanks to the sun
the awaker of life
his living warmth sustains us all
In our minds, so be it
In our minds, so be it

2 Inspirationen für deine (schamanische) Gebete

Mit dem freiem schamanischen Beten ist es wie beim schamanisches Singen.. wenn du keine Noten und Liedertexte hast, ist es erst mal ungewohnt. Du bist dann auf deine Intuition angewiesen und es fragt Hingabe, dich auf einen Flow einzulassen, der von deiner Seele, die Erde, ‚the Divine‘ oder etwas anderem kommen was durch dich fließt. Ich kann dir nur ermutigen es auszuprobieren. Be prepared to be surprised! Du wirst dichselbst erstaunen! Nach und nach wirst du dich mehr entspannen. Du wirst einen großen Sprung nach vorne machen was dein spirituelles Selbstvertrauen und spirituelle Selbstverständlichkeit angeht.

Inspirationen für dein freies spontanes Beten

Bringe Deinem Garten oder auf Deinem Balkon eine kleine Opfergabe.

Zentriere dich...
Danke den Elementen für Dein Leben // danke Deinen Helfern und Spirits / danke Deinen Lehrern und Menschen, die Dein Herz auf Deinem Lebensweg berührt haben / dann bete, was in Deinen Sinn kommt, wie ein Gespräch,
Du wirst in einen Fluss kommen und die Worte werden intuitiv kommen / sage das Gleiche in verschiedenen Worten, es gibt alles Deinem Gebet Kraft / wenn die Worte verebben (und das werden sie, weil Deine Trance tiefer wird) mach still weiter oder mit einem Lied oder in einem langsamen Tanz. / Atme die Energie Deines Liedes oder der Stille oder des Tanzes in Dein Gebet und stell Dir vor, wie es die Brücke immer und immer wieder überquert und damit den Lichtknoten heller und heller leuchten lässt / erinnere Dich, dass Du heute nicht der Einzige bist, der betet. Verbinde Dich mit den anderen, die Du kennst und nicht kennst. / Sie teilen die gleiche Liebe für das Leben, die Du hast und alle kommen heute dazu / manche waren heute schon vor Dir hier, manche kommen später / aber Ihr seid alle verbunden / danke den Anderen für Ihre Liebe und Ihr Gebet / sag Ihnen, wie es Dich ermutigt, wie es Dich stärkt, zu wissen, dass Du nicht allein bist / ……

Vielleicht fühlst Du, ich schreibe dies, wie es kommt, folge meinen Assoziationen und meiner Intuition. Alles ist willkommen, so lange es mit Deinem Herzen verbunden ist und gut für alle Beteiligten. Ich ermutige Dich, in einen tranceähnlichen Fluss zu kommen... Und Du wirst erkennen, dass es wie eine schamanische Reise ist. Ein Ort außerhalb  von Zeit und Raum, wo Du mit dem kommunizierst, „das Größer ist als wir“ und es wird mit Dir kommunizieren. Sende Deine Energie und Information durch die Kanäle / Sinne, die Du über die Zeit entwickelt hast. Es kann Sehen, Hören, Riechen, Fühlen sein oder einfach nur plötzlich wissen, dass etwas Wahres da ist.

Am Anfang musst Du Dich stärker konzentrieren - Deinen Altar vorbereiten und diese Worte lesen wird Dir dabei helfen.
Manchmal wird dort Stille sein, dann entspanne Dich, atme ein und aus und ein anderer Impuls kann kommen.
Versuch, das „Arbeiten“ an Deinem Gebet loszulassen, Worte zu finden.
Die Worte werden Dich finden und ebenso die Spirits.

3 Dankbarkeit

Warum Beten für das, wofür ich dankbar bin? (Statt Beten für das, was ich mich wünschse...)

Oh Lord, won't you buy me a Mercedes-Benz....

Eine der größten Wirkungen der Dankbarkeit ist, dass es uns mit Gefühlen von Freude und Fülle verbindet. Weil wir uns in einem zyklisches Wissen begeben, in dem sich immer alles in Wellen bewegt. Der Herbst bringt neben dem Loslassen auch die Qualität des Erntens - wie unser Gebet um Erntedank (Lammas am 4 August mit Melian Ogg). Das Lebensrad und die Wechsel der Jahreszeiten spiegeln uns also Hoffnung. Eine Haltung des Dankbar seins, kann uns bewusster machen für denjenigen, die wir lieben und die uns lieben. Oder es kann uns das was wir schon alles erreicht haben im Leben, oder Sachen die wir besitzen die uns lieb sind, bewusster machen.
Je länger wir im Dankbarkeitsgebet sind, je mehr Energie empfangen wir und die Fülle - sowohl in der sichtbaren als in der unsichtbaren Welt - sich zeigen kann. Das kann uns stärken und nähren und uns mehr im Hier und Jetzt bringen. Und last but not least...Hoffnung bekommt wieder Raum.

Wenn du dich dann verbindest mit etwas was du dir sehnlichst wünscht, betest du aus der Fülle heraus. Dein Gehirn hat schon fleißig seine biochemischen Stoffe ausgeschüttet, die dich glücklich machen statt unzufrieden mit dem was du noch nicht hast. Interessant ist ob nach dem Dankbarkeitsbeten, deine Wünsche immer noch aktuell sind. Oder sich schon nuanciert haben.

Im Körper gegenwärtig zu sein, ist erdend. Und nur wenn wir geerdet sind, mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und unseren Körper spüren, können unser physischer und ätherischer Körper das vitale Chi, die vitale Lebensenergie, aufnehmen. Manchmal denken wir zuviel an das, was nicht richtig läuft und zu wenig an die Dinge, die gut laufen.
Kurz gesagt...geerdet zu sein, tiefer zu atmen und sich wirklich in einer Haltung der Dankbarkeit zu befinden, kann ein sehr wirksamer Weg sein zum Beispiel während des Lockdowns.
Es kann deine Gedanken wegführen von Angst, Frustration, Einsamkeit, Desorientierung, Wut und Gefühlen des Mangels. Wenn auch nur für kurze Zeit.
Aber ja.. das alles, was es braucht - die Absicht, einen kurzen Moment der Dankbarkeit zu erschaffen, wird eine kurze Verschiebung bewirken. Und eine weitere kurze Veränderung am nächsten Tag wenn du wieder Dankbarkeit praktizierst. Denn jeder Verschiebung (das Englische Wort 'shift' drückt es noch besser aus) macht den Weg zu Dankbarkeit und Überfluss leichter und klarer, wenn wir uns das nächste Mal verbinden. In dem Moment, in dem du dich entscheidest, in einer "Haltung der Dankbarkeit" zu sein, kannst du die Richtung deiner Gedanken und Gefühle ändern, und auch deine Handlungen werden diesem Weg folgen.

Inspiration für Dankbarkeitsbeten

Erste Schritte im Dankbarkeitsgebet

1. Beginne dein Gebet, bringe eine Opfergabe (wie Kräuter zum räuchern, Aquavit, etwas essbares).

2. Rassele oder trommele ein wenig, um die Geister der Himmelsrichtungen, deine Helfer, alles, was du zu dieses Gebet einladen möchtest, einzuladen.

3. Fahre dann mit deine Gebetsrassel fort ... und flüstere oder spreche laut aus, wofür du dankbar bist. Begib dich in einen Fluss von Worten, Gedanken und Gefühlen ... atme tief ein und spüre, wie dein Körprer mit jedem Satz sich mehr und mehr auflädt. Nimm die Energie und Liebe dessen auf, wofür du dankbar bist

4. Irgendwann wird es eine natürliche Pause geben...sitze einfach still und sei präsent... atme bewusst ein und aus... so kann sich etwas Neues zeigen, wofür du dankbar bist... dann setzt du dein Gebet fort... bis die eine längere Stille eintritt und du innerlich ruhig geworden bist... dann genieße so lange wie du willst in dieser Energie ... der Medizin, des Eins-Seins, der Verbindung, der Liebe, der Dankbarkeit...

5. Wenn du dich dann in einem starken Gefühl der Dankbarkeit befindest, stellst du dich vor, wie du mit diese Essenz dein Energiefeld auffüllst bis alles vibriert und du immer mehr Licht und Liebe fühlst.  etc bis schritt 9

Ein Nachwort
Ich lade dich ein, dich - nach dem Lesen von Teil I über das Lebensrad - erneut mit dem Dankbarkeitsbeten zu verbinden.
Es kann nähmlich sein, dass du vorhin während dein Dankbarkeitsgebet an eine Situation gedacht hast,  indem du Schwierigkeiten hast Dankbarkeit zu empfinden.
Wenn du Teil I zu Ende gebracht hast, findest du bestimmt Wege in eine kraftvolle Verbindung mit Dankbarkeit zu bleiben.

Wenn du schon mehr Erfahrung hast im Beten, kannst du in dich hinein spüren ob du bereit bist dich noch tiefer einzulassen auf ein 'Attitude of Gratitude' (eine Haltung der Dankbarkeit). Im nächsten Absatz kansst du lesen wie.

Vertiefung des Dankbarkeitsbetens

Wenn eine Situation hochkommt, die es dir schwer macht Dankbarkeit zu erfahren, kannst du mit deinem Beten einen Schritt weitergehen.  Dankbarkeit ist nicht nur ein positives Gefühl, welches Ängste und Mangeldenken schmelzen lässt wie Schnee unter der Sonne. Die Medizin der Dankbarkeit ist dann am stärksten, wenn du es wirklich spürst und nicht nur denkst. Das ist leichter gesagt als getan in herausfordernden Zeiten wie diesen. Dabei denke ich an mehr Themen, als nur die Pandemie. Auch das Artensterben und der Klimawechsel berühren unsere Essenz und machen dünnhäutig. Wie kannst du weiter beten, wenn seelische Not oder Gefühle von Machtlosigkeit überhandnehmen? Was wenn eine Situation auftaucht, die dich aus dem Gleichgewicht bringt? Wobei du denkst..F*, ich fühle mich verletzt, ich fühle Wut, Frustration oder sogar Verzweiflung... und wo du zweifelst ob Gebet überhaupt etwas bewirken kann? Dann versuche mal deinem gesundem Menschenverstand mit etwas Magie zu verbinden.

Menschenverstand
Versuche die Situation und deine Gefühle nicht beiseite zu schieben... sondern integriere sie so gut du kannst in dein Gebet.

Hier sind einige Vorschläge, die für mich gut wirken:

1. Atem - Atmen ist wohl den einfachsten Weg energetisch zu transformieren, einen 'Shift' zu bewirken. Erinnerst du dich, was ich vorhin geschrieben habe über 'im Körper sein'? Über präsent sein im Körper? Dass dies der einzige Weg ist, wie wir vitale Lebensenergie wieder aufnehmen können? Nimm dir einen Moment Zeit um tief durchzuatmen, ein und aus... fühle deinen Bauch und deine Beine und Füße.. um 'runterzukommen' wie man so schön sagt, atmest du länger aus als ein, und bevor du wieder einatmes halltest du ein Moment inne....dann atme wieder entspannt ein... spüre Mitgefühl für dich selbst... verbinde dich erneut mit deinen Helfern ... deinem Krafttier.... und verbinde dich wieder mit deinen wunderbaren und erprobten Ressourcen.

2. Stelle dich vor, du bewegst dich auf die Mitte des Rades zu. Hier stehst du im Auge des Sturms und wirst mehr zum Beobachter. Hier kann das Meer der Gefühle in dir ruhiger und stiller werden. Dann beobachte diese Gefühle... aber achtte darauf nicht zu tief in sie hineinzugehen. Du befindest dich im Zentrum des Lebensrades und beobachtest diese Gefühle, die Teil des Westens des Rades sind.

Ich lade dich ein, über die nächstliegende positive Sache nachzudenken, die dir diese Situation bringen könnte. Es muss nichts großes sein, die Erleuchtung kann warten. Es kann eine Art Erkenntnis sein....oder vielleicht ein neuer FreundIn, den du kennen gelernt hast ...oder ein guter FreundIn, der dir Hilfe angeboten hat...vielleicht bringt es dich dazu, mehr zu beten und du bist dankbar, Teil dieser Prayercircles zu sein...
Es ist vielleicht kein Halleluja-Gedanke, aber es kann dir helfen, zunächst wieder "neutral" zu werden. Von hier aus können deine Gefühle wieder zu Gedanken und Gefühlen mit höherer Energie und einem Gefühl der Dankbarkeit wechseln.Es liegt eine große Kraft im gesprochenen Wort, wenn du ihm deinen Atem gibst... haaaaaaa....
Ich bin sicher, du kennst die Worte 'Abrakadabra'... viele von uns haben sie als Kind gesprochen. Ihr Ursprung liegt möglicherweise in dem Arabischen "abreq ad habra", was übersetzt werden kann als "Ich werde erschaffen, während ich spreche". Also...lädst du hier etwas Magie ein und Wunder. Vielleicht überraschst du dich selbst.

3. Tiefer zu gehen bedeutet, dich finden zu lassen von etwas wofür du dankbar sein kannst, auch wenn es sich um eine sehr herausfordernde Situation handelt. Es ist nicht so, dass du für das Ereignis dankbar sein sollst. Es ist ein Weg, mit der Möglichkeit zu experimentieren, etwas zu finden, wofür du dankbar sein kannst, wie klein auch immer. Es rüttelt auf, wenn du erkennst, wie leichtgläubig wir dazu neigen davon auszugehen, dass es zwei verschiedene Arten von Ereignissen gibt - gute oder schlechte. Dankbarkeit kann uns aus dieser Polarität befreien.

Wenn du mehr darüber lesen möchten, empfehle ich dir die Übung "one eye-opening exercise" von der buddhistischen Lehrerin Nikki Mirghafori https://audiodharma.org/talks/audio_player/6168.html

4. Ein letzter Vorschlag, um dein Dankgebet zu vertiefen, ist, dein Gebet aufzuschreiben, während du sprichst. Auch im geschriebenen Wort liegt eine immense Kraft. Vielleicht möchtest du sogar ein Dankbarkeitsgebet-Tagebuch erstellen. Hier kannst du einige Tipps für das schriftliche Gebet lesen.

Setze dein vertieftes Dankgebet fort, bis du dich ruhig und energiegefüllter fühlst.
Singe vielleicht ein wenig und beende dein Gebet, wenn es fertig ist.

And may it be good
may it be good
may it be good AHE.